Interkulturell und Interreligiös

IKW 2020 Hagen

Interkulturelle Woche 2020

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. Der Tag des Flüchtlings ist Bestandteil der IKW.

Zusammen leben, zusammen wachsen.

lautet das Motto für 2020.
Veranstaltungen mit einer größeren Besucherzahl, die die Begegnung von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft fördern, sind aktuell nicht möglich. Dennoch wollen die Integrationsagenturen der AWO, Diakonie und Caritas gemeinsam mit dem Kommunalen Integrationszentrum, dem Ev. Kirchenkreis und weiteren Kooperationspartnern nicht gänzlich auf ein Programm verzichten und stellen Ihnen (kleinere) Präsenzveranstaltungen und digitale Aktionen vor.

In der Vielfalt, die in Deutschland über Generationen gewachsen ist, liegt die Zukunft unserer Gesellschaft. Vielfalt weckt die Kreativität für Problemlösungen, das verbindet und macht stark. Es gilt diese verbindende Kraft der Vielfalt öffentlich in Erinnerung zu rufen. Es geht um die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Leiten uns auch in Zukunft die Grund- und Menschenrechte und die Achtung des Nächsten?

Rassismus und Nationalismus verstärken das Trennende und schüren Ängste. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Völkische Überhöhungen wurden durch das "Projekt Europa" überwunden. Ein Zurück in nationalistische Kleinstaaterei würde die Basis des Zusammenlebens in Deutschland und in Europa zerstören. Gegen diese Anfeindungen gilt es öffentlich Position zu beziehen. Die Stimmen der Vielen, die sich zivilisiert und angemessen und nach wie vor in großer Mehrzahl für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland und in Europa einsetzen, müssen im politischen Diskurs wieder hörbar werden.

Es gilt aber auch, die Werte der EU dort zu verteidigen, wo sie mit Füßen getreten werden. Momentan entzieht sich die Staatengemeinschaft ihren Verpflichtungen, und tausende Menschen bezahlen dies im Mittelmeer mit ihrem Leben. Die Seenotrettung ist eine völkerrechtliche und humanitäre Verpflichtung. Aus Seenot gerettete und in EU-Mittelmeeranrainerstaaten gestrandete Schutzsuchende müssen in einem geordneten Verfahren und solidarisch in aufnahmebereite Mitgliedsstaaten aufgenommen werden. Auch muss es aufnahmebereiten Städten und Gemeinden ermöglicht werden, zusätzlich Geflüchtete aufzunehmen. Das Engagement für Grund- und Menschenrechte wird zur Pflicht, wenn die Verletzung dieser Rechte zur Normalität wird.

Bis heute ist das Eintreten für bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Deutschen und Zugewanderten ein Ziel der Interkulturellen Woche. Aber auch durch Begegnungen und Kontakte im persönlichen Bereich ein besseres gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und zum Abbau von Vorurteilen beizutragen, ist ein zentrales Anliegen der Initiative. Deshalb werden die Informationsveranstaltungen durch Feste und Begegnungen sowie Theater- und Filmvorführungen und Lesungen ergänzt.